Zwischenfazit: Bernhard Peters beim Hamburger SV

Bernhard Peters wird Direktor Sport beim HSV

Bernhard Peters kam im August 2014 als Direktor Sport zum Hamburger SV. Seine Aufgabe lautete den Nachwuchs zu stärken. Er entwickelte ein Förderkonzept von der Jugend bis zu den Profis und setze diese strategisch um. Dafür musste der komplette Nachwuchs neu aufgestellt werden.

Bernhard Peters Direktor Sport Hamburger SV, gezeichnet HSV-Fanin

© HSV-Fanin 2018

Neuausrichtung Nachwuchsarbeit

Dem Hamburger SV drücken horrende Schulden, weshalb ein „weiter so“ nicht mehr geht. Die Konsequenzen sollten schon vor vier Jahren beginnen, aber erst in der letzten Saison, als der HSV aussichtslos sieben Punkte hinter dem Relegationsplatz lag, hatte der HSV den Mut endlich auf die eigene Jugend zu setzen und mutigen Fußball zu spielen. Hierfür hatte Peters in den letzten Jahren den Grundstein gelegt.

HSV Plus wollte auf Jugend setzen

Bereits vor drei Jahren sollte dieser Weg gegangen werden, allerdings waren die Eigengewächse noch nicht so weit und für andere fehlte das Geld und der Mut. Bernhard Peters sprach nach einem Jahr von weiteren drei bis vier Jahren, die man sich gedulden müsse, bis erste Erfolge zu sehen seien. Mit anderen Worten in diesem und nächsten Jahr sollten die Früchte geerntet werden, die Peters mit seinen Nachwuchsmannschaften säte.

Nachwuchskicker vor der Prognose erfolgreich

In Hamburg hatte Peters schneller Erfolg, als er selbst erwartete und in Hoffenheim erreichte. Rechnete er doch erst in diesem Sommer damit, Nachwuchsspieler hochzuziehen. Dabei wurden Spieler aus der U21 und U19 bereits in der Saison 2017/2018 in der Profimannschaft eingesetzt. Dazu zählen: Fiete Arp, Stephan Ambrosius, Josha Vagnoman, Tatsuya Ito, Matti Steinmann, Mohamed Gouaida und Törles Knöll. In der Saison 2016/2017 wurden bereits Bakery Jatta und Vasilije Janjicic eingesetzt.

Trainer Christian Titz vertraut seinen Spielern

Gisdol und Hollerbach hatten beide jeweils Nachwuchsspieler eingesetzt, aber so rigoros, wie Christian Titz auf die jungen Spieler setzte, tat es keiner vor ihm. Unterstützt von Peters schenkte Titz seinen Spielern das Vertrauen, erlaubte ihnen Fehler zu machen und forderte eine mutige Spielweise, was diese mit Erfolg zurückzahlten. Das führte dazu, dass Spieler wie Ito, die bereits wieder zur zweiten Mannschaft abgeschoben, wieder konsequent eingesetzt wurden.

Weitere Nachwuchsspieler kommen zu den Profis

In der Zweitligasaison werden weitere Spieler zu den Profis (fest) hochgezogen: Stephan Ambrosius (19) und Josha Vagnoman (17; so er denn den Vertrag verlängert) werden fest zu den Profis kommen, dazu kommen neu: Tobias Knost (18), Marco Drawz (19), Moritz-Broni Kwarteng (20), Arianit Ferati (20) und Torhüter Morten Behrens (21; so er denn seinen Vertrag verlängert). Macht sieben Nachwuchsspieler plus Ito und Steinmann. Arp hat sich leider für einen anderen Weg entschieden. Wann gab es das zuletzt? Gab es das überhaupt schon mal?

Erfolgreiche Arbeit von Bernhard Peters

Damit spielen elf Nachwuchsspieler aus der eigenen Jugend bei den Profis, die letzte und vorletzte Saison bei den Nachwuchsmannschaften spielten. Jung, der mit seinen 23 Jahren nicht mehr zu den Jungen gehört, aber auch von der U21 hochgezogen wurde, ist hierbei nicht berücksichtigt. Dazu hat Peters im Zusammenspiel mit dem Chefscout Spors weitere ablösefreie Nachwuchsspieler zum HSV gelotst, sodass der Hamburger SV eine sehr junge Mannschaft stellen wird. Umso wichtiger ist es, dass mit Holtby, Moritz und (hoffentlich) Hunt erfahrene Spieler bleiben, um die jungen Spieler zu führen.

Arbeit von Peters auch an den Tabellenständen messbar

Das Hauptziel, das betont Peters immer wieder, ist die Heranführung der Talente an die Profimannschaft. Das ist ihm mit Bravour gelungen. Das kann man ihm gar nicht hoch genug anrechnen. Dazu kommt, dass immer mehr HSV-Spieler bei den U-Nationalmannschaften spielen und die Tabellenplätze der U-Mannschaften sich seit 2014 stetig verbesserten. Schaut man sich trotzdem die Platzierungen und Punktabstände in den Jahren vor Peters und seit seinem Amtsantritt 2014an, ist eine kontinuierliche Verbesserung zu sehen und das, obwohl die vielversprechenden Talente schneller hochgezogen wurden, um sie bestmöglich zu fordern und fördern. Die U19 und U21 spielten bis zum letzten Spiel um die Meisterschaft. Die U17 erreicht einen sehr guten dritten Platz.

Trainerentwicklung

Peters entwickelte auch die Trainerausbildung und hat Titz wärmstens empfohlen, als für die Profis ein Trainer gesucht wurde. Wichtig ist aber auch, dass man seine eigenen Trainer ausbildet, sodass man gerüstet ist, wenn Titz bei großen Vereinen Begehrlichkeiten weckt. Erst, wenn auch das intern aufgefangen werden kann, ist der Hamburger SV mit Peters auf einem guten Weg.

Peters Arbeit noch nicht beendet

Zu einer guten Förderung von Nachwuchsspielern gehören auch Spiele mit Finalcharakter, wie Spiele um die Deutsche Meisterschaft oder Aufstiegsspiele. Hier fehlt dem Hamburger SV noch etwas, aber das ist für die nächsten Jahre anvisiert, um auch hier noch weiter in die Spitze vorzudringen und die Spieler noch besser auf die Bundesliga vorzubereiten. Werden auch in den nächsten Jahren mindestens ein Spieler zu den Profis hochgezogen, ist man am Ziel.

Ich sehe sehr positiv in die Zukunft!

Eure,

HSV-Fanin

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