Wiederholt sich HSV (Erfolgs-)Geschichte?

Schlecht, weil aus der Not geboren?

Manche sagen abschätzig, der Neuanfang des HSV wäre ja lediglich durch die Not geboren. Allerdings vergessen diese, dass die zurückliegende erfolgreiche Zeit in den 70er und 80er Jahren auch aus der Not geboren wurde.

Vergleich zweier Entwicklungsphasen beim HSV

Ich vergleiche die aktuelle Entwicklung mit der, Anfang der 70er-Jahren. In beiden Phasen spielte der HSV gegen den Abstieg (bzw. verlor den Kampf in der letzten Saison) und war finanziell am Boden. Es gab kein Geld für große und namhafte Transfers, weshalb in beiden Fällen auf die Jugend und günstige Spieler aus dem Umland gesetzt wurde.

HSV drei Mal Deutscher Meister, Meisterschale ©HSVFanin

Saison 1972/1973

Mit Spielern wie Rudi Kargus (20), Manfred Kaltz (20), Peter Hidien (19), Peter Krobbach (19) und Caspar Memering (20) spielten junge Nachwuchsspieler in der Mannschaft, die von erfahrenen Spielern wie Peter Nogly (26), Willi Schulz (34), Franz-Josef Hönig (30), Klaus Zaczyk (28), Ole Björnmose (29), Georg Volkert (27) und Horst Heese (29) geführt wurden. Mit dem Trainer Klaus-Dieter Ochs hatte der HSV auch einen Trainer, der mit jungen Spielern umgehen konnte und diese erfolgreich in die Mannschaft integrierte.

Saison 2018/2019

Auch in dieser Saison steht kein Geld für große Sprünge zur Verfügung, weshalb der Kaderplaner Spors zusammen mit Sportchef Peters ablösefreie Spieler verpflichten und junge Nachwuchsspieler hochziehen. So ergibt sich eine Mischung aus jungen, wilden Ito (20), Ambrosius (19), Wintzheimer (19), Rick van Drongelen (19), Kwarteng (20), Bates (21), Knost (18), Drawz (19) und Pfeiffer (18) und erfahrenen Spielern wie Jung (23), Steinmann (23), Holtby (27), Moritz (28) und Pollersbeck (23). Hunt (30) täte dem HSV auch gut, weshalb mit ihm ebenfalls verhandelt wird.

HSV Pokalsieger der Landesmeister ©HSVFanin

Siebziger Jahre

In der Saison 1972/1973 spielte die junge Mannschaft gegen den Abstieg, aber sie spielte sich ein und blieb größtenteils zusammen. In der nächsten Saison ging es zwar auch großenteils gegen den Abstieg, aber sie stand im DFB-Pokalfinale. Die nächste Saison 1974/1975 ging es kontinuierlich nach oben bis zum Platz 4 sowie dem Viertelfinale in der UEFA-Europa League. In der Saison 1975/1976 wurde es in der Bundesliga Platz 2, es wurde wieder das Pokalfinale erreicht und in der UEFA Europa League wurde es das Halbfinale. Die folgende Saison ging es zwar tabellarisch etwas nach unten, auf den 6. Platz, aber dafür gewann man die UEFA Europa League. Dann folgten zwei Jahre, in denen Luft geholt wurde, um in der Saison 1978/1979 die Deutsche Meisterschaft zu gewinnen.

Die goldenen achtziger Jahre

Der HSV nahm in den siebziger Jahren Anlauf, um in den achtziger Jahren voll durchzustarten. Sie gewann nicht nur zwei weitere Male die Deutsche Meisterschaft, wurde drei Mal zweiter der Bundesliga, spielte zwei Mal im Finale der Champions League und ein Mal im Finale der Europa League. Zudem gewannen sie den DFB-Pokal und gewannen den Europapokal der Landesmeister.

Querelen und Intrigen führen zum Abstieg

Wie man eine erfolgreiche Mannschaft und einen erfolgreichen Verein durch Intrigen und Querelen kaputt wirtschaften kann, zeigte der HSV sehr erfolgreich. Seit dem Ende der achtziger Jahre ging es stetig bergab und der HSV konnte (mit der Ausnahme als Hoffmann und Beiersdorfer gemeinsam für ein Zwischenhoch sorgten) nie mehr an seine Erfolge anknüpfen.

HSV drei Mal Deutscher Pokalsieger ©HSVFanin

Ähnliche Voraussetzungen mit ähnlichem Erfolg?

Nun baut der HSV seit langem mal wieder auf seine eigene Nachwuchsarbeit, die unter Peters wieder konkurrenzfähig aufgebaut wurde. In der abgelaufenen Saison 2017/2018 wurden mit Ito, Arp, Vagnoman, Ambrosius und Steinmann fünf Spieler aus der eigenen Jugend hochgezogen und bekamen ihre Einsätze in der Bundesliga. Jatta spielte schon in der Vorsaison in der Bundesliga. Erst als Titz mit seinem Spielsystem die Profis übernahm, wurde endlich wieder Fußball gespielt und das mit Spielern aus der Regionalligamannschaft.

Kontinuität trotz Abstieg

Etwas, wofür der Hamburger SV in den letzten Jahren nicht stand, ist nun die Voraussetzung für einen eventuellen erfolgreichen Neustart, denn Spieler wie Holtby, Ito und vermutlich Hunt bleiben ebenso beim Verein, wie Steinmann, Jung, Pollersbeck. Es gibt eine Achse, die in den letzten acht Bundesligaspielen bewiesen hat, dass sie erfolgreich Fußball spielen und um die junge wilde Spieler eingebaut werden, die mutigen und erfrischenden Fußball spielen sollen.

Deutsche Meisterschaft Saison 1959/1960

Dass diese Strategie mit der Mischung aus jungen Nachwuchsspielern aus der eigenen Jugend und erfahrenen Spielern erfolgreich sein kann, zeigt auch die Meistermannschaft im Jahr 1960. Auch dort spielten sieben Spieler aus der eigenen Jugend. Nur so kann es der Hamburger SV schaffen seine Schulden abzubauen und seine Fans langfristig an sich zu binden. Denn, dass die Fans diesem Neuanfang folgen, erkennt man an den starken Zuwächsen an Mitgliedern und Fanclubs.

Fazit

Dieser Neuanfang muss konsequent weiter verfolgt werden, auch wenn es zwischenzeitlich Rückschläge geben wird, die einzuplanen sind. Der eigene Nachwuchs ist so stark besetzt, wie viele Jahre nicht, dazu bekennen sich erfahrene Profis zum Verein was von den Fans, Medien und Sponsoren honoriert wird. Es bleibt nur die Frage, wann es endlich wieder losgeht. 🙂

In dem Sinne …

Nur der HSV!

Deine HSV-Fanin

 

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