Vorschau: HSV gegen den kommenden Meister

Es steht ein Heimspiel für den HSV an, der einfacher nicht sein kann. Dortmund ist die gesamte Saison jedem Gegner überlegen und meistens werden die Gegner so lange schwindelig gespielt, bis sie nicht mehr ein noch aus wissen und Dortmund ihre Tore schießen kann. Sollte die Mannschaft bis zur Halbzeit kein Mittel gefunden haben, weist der Trainer Klopp in der Pause auf die Lücken hin. Nicht umsonst schießt Dortmund in der viertel Stunde nach der Pause viele Tore. Was kann der HSV dieser übermannschaft entgegensetzen?Der HSV spielt unter Oenning offensiver und alle Spieler finden das toll. Aber eigentlich war die Offensive in den letzten Jahren auch nicht das Problem vom HSV, sondern die Defensive. Diese musste gegen München sechs, gegen Mainz vier und gegen Köln zwei Tore schlucken. Hoffenheim war dagegen eine Nullnummer. Die Frage ist, ob die Mannschaft versuchte kompakter zu stehen und deshalb vergaß, nach vorne zu spielen. Betrachtet man die abnehmenden Gegentore, kann es gegen Dortmund nur gut werden. Die Frage ist, ob die Kurve wieder nach oben steigen wird. Aber auch, wenn es zwei Gegentore gibt, könnte es positiv sein. Denn ich traue der “neuen” Mannschaft unter Oenning zu, dass sie mindestens drei Tore schießen kann. Was spricht also gegen ein 4:2? Aus HSV Sicht wohl nichts. 

Die Mannschaft wird verändert. Für Mathijsen spielt Westermann. Jarolim wird dafür auf der Sechs spielen. Ruud wird zurückkommen. Keiner hält und verteilt die Bälle so wie er. Oenning will sich etwas ausdenken und ich bin gespannt, wie das aussehen wird. 

Was stimmt mich positiv, dass der HSV die überraschung schaffen kann, die sonst kaum einem gelungen ist? Diekmeier wird immer stärker, was mir Hoffnung macht. Auch heute im Training hat er Ruud eine schöne Flanke serviert. Mit jedem Spiel wird er sicherer, auch im Spiel nach hinten. Jetzt ist der HSV nicht mehr so leicht auszurechnen. Elia scheint unter ihm wieder aufzublühen und vielleicht kann Oenning aus Elia genauso viel herauskitzeln, wie es Labbadia die ersten Spiele schaffte. Elia in Hochform wäre eine Waffe. Dazu Ben-Hatira auf der rechten Seite und die Mannschaft kann über die Außen den Gegner unter Druck setzen. Aber mich freut es sehr, dass Westermann wieder auf der linken Innenverteidiger Position spielt. Denn neben Mathijsen spielen alle IVs unsicherer. Mit Westermann hat Kacar richtig gut gespielt, was mit Mathijsen als Nebenmann nicht mehr ganz so souverän aussah. Zudem spielt Westermann als Linksfuß besser auf der linken IV-Position. Deshalb prognostiziere ich, dass unsere Abwehr gut und sicher stehen wird. Sie wird natürlich unter Druck geraten, wenn die Dortmunder anrollen, aber sie wird nicht schwimmen. Auf unseren Sturm wird es ankommen, ob die Bälle vorne gehalten werden und die Mannschaft nachrücken kann. Sollte Ruud als Anspielstation funktionieren, die Außen Elia, Ben-Hatira sich durchsetzen, kann die Dortmunder Abwehr ausgespielt werden. Sollte es aufgehen, dass entweder die Mittelfeldspieler oder die Außenverteidiger regelmäßig mit nach vorne gehen und die beiden Stürmer füttern, werden am Samstag vier HSV-Tore fallen.

Die Mannschaft wirkt gelöst. Das Umfeld, welches derzeit sehr professionell arbeitet und die Mannschaft endlich mit einbezieht, wirkt sich positiv auf die Mannschaft aus. Oenning schafft es die Spieler zu motivieren und zu stärken. Das ist sehr wichtig, da das Selbstvertrauen in den letzten Wochen, Monaten und Jahren arg litt. Reicht es, wenn eine Mannschaft sich besser versteht, wenn sie füreinander da ist, wenn sie sich gegenseitig hilft und durch das entsprechende Training noch fitter ist? Reicht es für einen Sieg gegen Dortmund? Natürlich muss eine Menge passen. Ein wenig Glück, Tore in den passenden Momenten, souveräne Schiedsrichter und die überraschung könnte Wirklichkeit werden. Allerdings ist es ein schwieriges Feld. Der HSV wird nach vorne spielen und Dortmund selber unter Druck setzen. Sollten die Angriffe allerdings verpuffen und Dortmund ein schnelles Tor schießen, könnte es ähnlich blamabel werden wie gegen Bayern oder Mainz. Da spielte der HSV erst gut mit, aber mit der Zeit wurde die Mannschaft vorgeführt. Die Schnelligkeit, mit der Dortmund spielt, überfordert viele Mannschaften. Ich hoffe, dass Oenning im Training die richtigen Weichen stellte und unsere Spieler mithalten können. In den letzten Wochen wurde verstärkt auf Kondition, Kraft- und Ausdauertraining wert gelegt. Das könnte sich gegen Dortmund bemerkbar machen. 

Der Kopf spielt eine große Rolle. Glauben die Spieler an ihre Stärken, glauben sie an den Sieg, kann das Kräfte freisetzen. Dann kann sich die Mannschaft in einen Rausch spielen. Sollten allerdings noch die letzten Spiele gegen Dortmund in den Köpfen rumspuken und die Kritik nach dem Hoffenheimspiel dann kann das auch alles nach hinten losgehen. 

Das Ergebnis kann in beide Richtungen ausschlagen. Dortmund kann hoch gewinnen oder der HSV findet zur alten Stärke zurück und schlägt Dortmund zu Hause wie unter Labbadia. Da führte die Mannschaft schnell mit 3:0 und Dortmund kam nicht mehr ins Spiel. So ein Spiel wünsche ich mir, nur ich kann nicht recht dran glauben. Zu oft hoffte ich, dass die Mannschaft ein Zeichen setzt, dass sie mal eine kritische Situation meistert, und wurde immer wieder enttäuscht. Was macht die Mannschaft dieses Mal? Die Mannschaft macht einen guten und sicheren Eindruck, das Umfeld ist so ruhig, wie nie, die Spieler haben Klarheit, so oder so. Die Spieler, die bleiben wollen, werden sich zeigen wollen, aber auch die Spieler, die wegwollen oder sollen, werden sich zeigen wollen. Ich hoffe, dass das reicht und der HSV ebenbürtig ist.

Im Grunde genommen hoffe ich, dass der HSV mithalten kann und nicht vorgeführt wird. Wäre es ein Spiel, was auf Messersschneide ist, welches auf beiden Seiten Torchancen bietet, wäre ich mit einer knappen Niederlage nicht zufrieden, aber ich könnte damit leben. Denn das würde mir zeigen, dass die Mannschaft wieder lebt. Mit einem Unentschieden oder einem Sieg könnte ich wunderbar leben. Ich möchte nächste Saison international spielen und dafür müssen Siege eingefahren werden.

Obwohl ich hin und her gerissen bin, bleibe ich bei meinem Tipp: 4:2 für den HSV. Dabei schießt Ruud zwei Tore, eines Petric und eines Elia. Sollte es ein Sieg geben, wird die Mannschaft gestärkt in die nächsten Spiele gehen und einen Endspurt hinlegen, der ihnen keiner mehr zugetraut hat. 

Nur der HSV!

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