Verdienter Derbysieg von Pauli beim HSV


Wer hinten kein Tor fängt und vorne eins schießt, der hat verdient gewonnen. So schmerzhaft es auch ist, aber die Niederlage hat sich der HSV selbst zuzuschreiben.

Der HSV ist in allen Belangen überlegen, nur nicht in der, die im Fußball zählt. Und das sind die Tore. Da hat der HSV es nicht geschafft ein Tor zu schießen. Meine Hoffnungen, die ich ein Jahr lang in Ruud gesetzt hatte, habe ich heute begraben. Er hat auch heute wieder eine hunderprozentige nicht genutzt. Genauso wie Ben-Hatira, aber er ist 22 Jahre alt und Ruud ist mehrfacher Torschützenkönig gewesen. Er weiß, wie man cool bleibt und die Bälle im Tor versenkt. Aber leider nicht mehr nach seiner sehr langen Verletzung in Madrid. Er kommt nicht in fahrt. Aber auch sonst hat der HSV keinen Goalgetter, keinen Gomez, keinen Cisse, keinen Gekas, keinen Barios. Und das Mittelfeld ist nicht torgefährlich genug. Das was Jol damals schon monierte, konnte nicht verbessert werden. Ben-Hatira wirbelte heute genial die Pauli Abwehr durcheinander, aber er schaffte es nicht einen Kollegen freizuspielen oder selbst frei zum Schuss zu kommen. Außer bei seiner tausendprozentigen Chance, aber das wollte er leider zu schön und genau machen. Aber wer strahlte sonst Gefahr aus? Ruud – nein, Petric – nein, Guerrero – nein, Elia – nein, Jansen – nein, Pitroipa – nein, Ben-Hatira – ein bisschen. Wer bitte soll denn beim HSV die Tore schießen? Hinten stand der HSV kompakt und sehr sicher. Das Tor fiel auch nach einer Ecke, bei der sich die Innenverteidiger nicht gut anstellten. Wo waren die Bewacher von Asamoah und dem anderen Paulianer, der ebenso frei stand? Aber gut, im Normalfall kann der HSV auch zwei oder drei Tore schießen, aber nicht heute und nicht in dieser Saison. Die Spiele können nur gewonnen werden, wenn hinten zu Null gespielt wird und vorne dann durch Glück oder ein bisschen Können ein Tor fällt. Das ist zu wenig. Leider.

Der HSV hat gut begonnen. Er spielte richtig stark. Gewann die Zweikämpfe, war gedankenschneller, war präsent, war laufstark und es war eine Frage der Zeit, wann das erste Tor fallen würde. Leider fiel es nicht und am Ende hätte der HSV noch Stunden spielen können. Heute wäre kein Tor mehr gefallen. Obwohl bis zur letzten Sekunde gekämpft und geackert wurde. Man kann keinem einen Vorwurf machen, außer, dass die Torchancen nicht genutzt wurden. SEi es von Ze Roberto, Ruud, Ben-Hatira, um nur die besten aufzuzählen. Aber heute war der HSV nicht torgefährlich, nicht bei den vielen Ecken, noch bei den vielen Freistößen. Es fehlte immer ein Tick oder es war ein Bein dazwischen.

Rost war ein Rückhalt, wenn er gefordert wurde. Das war nicht oft, aber zwei Mal hat er gut gehalten. Beim Tor war er machtlos, da der Ball am kurzen Pfosten verlängert wurde. Da sieht jeder Torwart schlecht aus. Aogo hält seine Seite dicht. Kein gefährlicher Angriff, wie schon in den letzten Spielen, kommt über seine Seite. Auch nach vorne bietet er sich an, aber wird viel zu selten von seinen Vordermännern angespielt. Mathijsen hatte seine Mühe mit Asamoah. Ich habe ein paar Mal überlegt, ob es gut war, dass er und nicht Kacar auflief. Auch beim Gegentor hatte ich mich gefragt, ob Kacar den Ball weggeköpft hätte. Westermann hat gut gespielt und ein paar Mal das Spiel geöffnet, obwohl auch immer mal wieder einer ins Aus oder zum Torwart ging. Demel spielte offensiv so stark wie lange nicht. Er tendelte nicht so viel, sondern war zielstrebig, was ihm sonst fehlt. Aber nach hinten, ja, da hat er seine Schwächen und das nutzte Pauli immer wieder aus. Stanislawski stellt seine Mannschaft immer auf die Schwächen der Gegner ein und sie wussten, dass Asamoah gegen Mathijsen in den Zweikampf gehen und dass Bartels oder Kruse gegen Demel in das Laufduell müssen. Wenn es gefährlich wurde, dann auf Demels Seite. Ze Roberto und Jarolim haben sehr gut gespielt. Beide haben hinten den Laden dicht gehalten und sich immer wieder nach vorne eingeschaltet. Jarolim hat das Spiel sogar nicht verlangsamt, sondern oft schnell weitergespielt. Das gefiel mir richtig gut. Ben-Hatira hat an seine ersten beiden guten Spiele angeknüpft und Veh sein Vertrauen zurückgezahlt. Er ackerte nach hinten, gewann sehr viele Zweikämpfe in der Rückwärtsbewegung und war nach vorne immer wieder gefährlich. Er setzte seine Mitspieler gut in Szene oder traute sich selber mal ins Dribbling. Für mich der beste Spieler. Jansen war leider überhaupt nicht zu sehen. Nach seiner langen Verletzung waren zwei Spiele in der kurzen Zeit zu viel. Von ihm kam nichts. Aber auch Elia, der in der zweiten Halbzeit kam, konnte nichts bewegen. Das er technisch begnadet ist, hilft nicht, wenn er das nicht in gefährliche Torszenen oder Vorlagen umsetzen kann. Keine Flanke, kein Pass führte zu einer Torszene. Schade, dass bei Elia der Knoten nicht platzt. Ruud hatte das 1:0 auf dem Fuß, aber er konnte den Kopfball freistehend nicht verwerten. Petric wollte zu viel und hat ncihts erreicht. Er wollte das Tor machen, aber es gelang ihm nicht viel. Pitroipa kam für Ben-Hatira, aber er konnte nicht mehr für Impulse sorgen. Er ging in der Unordnung, die zum Schluss immer mehr wurde, mit unter. Auch Guerrero konnte keine Impulse mehr setzten und auch er wurde von der Hektik geschluckt.

Ein bitterer Sieg für den HSV, der Pauli an die Wand gespielt hat, der sich viele Torchancen erarbeitete, der Pauli keine Luft zum Atmen ließ, aber der Pauli am Leben ließ, weil sie kein Tor geschossen haben. Pauli existierte kaum, außer am Schluss, als sie ein paar Konter bekamen, als der HSV alles nach vorne warf.

Wer wird beim HSV die Tore schießen? Wer wird gegen Bremen ein Tor schießen? Die Woche fing gut an mit dem Sieg gegen Wolfsburg, aber die Niederlage gegen Pauli sitzt tief und ich bin gespannt, wie die Spieler diese Niederlage verkraften werden. Hoffentlich können sie die schnell abhaken und sich auf Wer da konzentrieren, denn sonst gibt es die nächste Heimniederlage.

Schade, aber heute war der Fußballgott Braun-Weiß!

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