Sieg, Sieg, Sieg! HSV 1 Frankfurt 0


Was wurde nicht alles geredet vor diesem Spiel. Alles stand im Mittelpunkt: Sammer, Ruud, nur nicht der Fußball. Zu allem Übel hörte man von Frankfurt die immer länger werdende Verletztenliste. Was im ersten Moment leichter erscheint, wird auf den zweiten Blick umso schwerer. Eine Mannschaft mit so vielen Verletzten stellt sich hinten rein und hoffen auf einen Konter, der sitzt. Mit Gekas und Meier kamen zudem Spieler, die diese Konter oft abschließen konnten. Der HSV war gewarnt.

Auf dem Platz zeigte sich eine Mannschaft ohne Nerven – so schien es. Sie spielte druckvoll, presste Frankfurt in ihre Hälfte, kam zu Chancen und ließ Frankfurt keine Luft zum Atmen. Schade, dass Zé Roberto den Pass von Elia nicht ins Tor traf. Es wäre Ruhe eingekehrt. So drängte der HSV ohne richtig gefährlich vors Tor zu kommen. Es wurden sich immer mal wieder Chancen erarbeitet, aber nicht von der Marke 100%. Frankfurt stand von Minute zu Minute tiefer, doppelte und trippelte. Der HSV versuchte durch viele Wechsel das Frankfurter Bollwerk auseinanderzureißen.

Der HSV ließ sich nicht locken, blieb defensiv immer kompakt, so dass es keine einzige Torchance der Frankfurter gab. Nach vorne war noch Luft nach oben. Pitroipa und Elia wurden mindestens gedoppelt, Ruud ebenso, Ben-Hatira versuchte Löcher zu reißen, was ihm an diesem Tag nicht so gut gelang. Trochowski und Zé fanden keine Lücken, Trochowski wirkte leider oftmals fahrig und überhastet. Seine Sicherheit von seinen letzten Spielen hatte er nicht dabei. Dadurch entstanden ein paar Ballverluste, die für Unruhe und Angriffe der Frankfurter sorgten, aber von der HSV-Abwehr sicher abgefangen wurden.

Kacar und Westermann standen hinten wie auf Schalke sicher und stabil. Es brannte nichts an, jeder Angriff wurde souverän abgefangen. Leider kamen einige abgefangene Bälle von Westermann direkt zum Gegner. Er versucht das Spiel sofort beim Abfangen einzuleiten, was nicht immer gelingt. Aber hieraus entstanden keine gefährlichen Situationen der Frankfurter. Diese Sicherheit wird Westermann aufbauen, wenn er mal ein paar mehr Spiele mit denselben Innenverteidigern und Viererkette spielen kann.

Was mir gefallen hat, war das defensive Denken aller Hamburger. Sei es Ben-Hatira als Stürmer, Elia und Pitroipa als offensive Außen, alle arbeiteten nach hinten mit und machten die Räume für die Frankfurter dicht. Denn Hamburger Fans wissen, wie viele Spiele in der Vergangenheit abliefen. Der HSV war in Spielen gegen schwächere Mannschaften meistens drückend überlegen, sie ließen vorne die Chancen liegen und fingen sich hinten zu viele Tore. So kam es, dass viele Punkte liegen gelassen wurden. Deshalb zerplatzten viele Träume, denn diese Punkte fehlten am Ende.

Aber an diesem Spieltag war es anders, es schien, als wäre ein Ruck durch die Mannschaft gegangen. Alle liefen und kämpften nach hinten, jeder lief für jeden und vor allem, bei Fehlern wurde dieser von den anderen wieder wett gemacht und nicht gemotzt. Einer lief für den anderen, wann gab es das schon mal?

Leider verletzte sich Kacar in der ersten Halbzeit,  der mit einem tiefen Cut vom Feld musste. Auch Pitroipa blieb in der Pause in der Kabine, da er einen Schlag auf den Oberschenkel bekam. Für Kacar kam Rincon, der auf die rechte Verteidigerposition ging und Demel spielte als Innenverteidiger. Für Pitroipa kam Petric, der auf die Position von Ben-Hatira ging und dieser wechselte auf die Position von Pitroipa.

Der HSV spielte ruhig weiter, ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Es wurde immer öfter mit Diagonalpässen probiert die Abwehr auseinander zu reißen. Mehrere Diagonalpässe kamen von Westermann auf Ben-Hatria, der diese sofort auf Ruud weiterspielte. Es wurde mehrmals gefährlich. Auch das Tor wurde so von Westermann eingeleitet. Ein langer Pass von WEstermann, Ben-Hatira nahm den Ball an und drippelte an zwei Verteidigern vorbei und spielte einen flachen Pass in die Mitte. Es lauerten Ruud und Petric und Petric war derjenige, der an den Ball kam und ihn über die Linie drückte.

In den nächsten fünfzehn Minuten spielte der HSV ruhig weiter und ließ nichts anbrennen. Frankfurt erhöhte zum Ende den Druck und jetzt ließ sich der HSV beeindrucken. Die Ruhe fehlte ein wenig, viele unnötige Ballverluste luden die Frankfurter immer wieder ein. Aber die Abwehr steht, die Defensive funktioniert, denn es wurde keine Torchance mehr zugelassen. Rost hat ein paar lange Bälle auf die Frankfurter Stürmer wie gewohnt sicher abgefangen und war ein sicherer Rückhalt.

Es bleibt zu sagen. Es war ein ganz wichtiger Sieg. Ein Sieg, der vor Jahren nicht eingefahren worden wäre. Dieses Mal kämpften die Hamburger bis zur letzten Minute und sie liessen sich zurecht von den Fans feiern. Es war der dritte Sieg und wenn das der Beginn einer weiteren Siegesserie war, umso besser.

Nur der HSV!

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