18. Spieltag: S04 – HSV (Vorschau)


Nun ist es endlich so weit. Die Winterpause ist Geschichte und der Fußball rollt wieder. Am Samstagabend wissen wir, was die beiden Testspielsiege zu bedeuten hatten, wie effektiv das Trainingslager war und wie sich die Einzelgespräche von Reinhardt mit allen Spielern auswirkten. Was konnte Veh und sein Trainerteam seinen Mannen vermitteln und wie sehr macht den Spielern das Chaos im Verein zu schaffen?

Die Testspiele waren okay. Das erste Spiel wurde aufgrund der wachsenden Bedeutung vom HSV als Vertreter vom europäischen Fußball viel zu früh vereinbart und hatte keine Aussagekraft. Ein Spiel am zweiten Tag der Vorbereitung. Auch wenn die Winterpause nicht lang war, baut der menschliche Körper trotzdem ab. Die drei Einheiten täglich waren intensiv. So sah das erste Spiel aus. Umso überraschter war ich, als ich die Reaktionen von Fans las, die von der Leistung enttäuscht waren. Medien tragen ihren Teil zum Unmut bei, denn wer dem Reporter von Sport 1 zugehört hat, vernahm, dass auch er davon ausging, dass nach einem Trainingstag der HSV die gegnerische Mannschaft in Grund und Boden spielen würde.

Das Trainingslager sollte die Grundlage für eine Rückrunde mit vielen Siegen werden. Es gab drei Einheiten pro Tag und alle zogen mit. Positiv: Es war wieder Spaß zu erkennen, es wurde zusammengerückt und gearbeitet. Im Taktischen wurde an den Schwachstellen der Hinrunde gearbeitet. Eine weitere Schwachstelle war wohl die Fitness der Mannschaft, denn es kam ein neuer Fitnesscoach. Veh hatte auf seinen letzten Stationen bereits mit ihm zusammengearbeitet. Mit übungen im Schnellkraftbereich, wie Sprints und Steigerungsläufe, wurde die Basis für die Rückrunde gelegt. Armin Veh darf wieder so eine starke Rückrunde spielen, wie damals mit dem VfB Stuttgart, in der Meistersaison. So kann das Ziel der Saison internationaler Platz erreicht werden.

Dem zweiten Testspiel blickten viele Fans ängstlich entgegen. Bei einer Leistung wie im ersten Testspiel würde es zweistellig werden, wurde geunkt. Es kam anders. So wie Armin Veh und Reinhardt vorhersagten. Das zweite Testspiel hat gezeigt: Werden die Schwachstellen der Hinrunde ausgemerzt und geht die Mannschaft ohne Verletzte und fit ins Spiel, sehen wir eine kompakt stehende Mannschaft, die nach vorne mit ihren starken Offensivkräften für Furore sorgt. Ein Ruud, der mit Bällen gefüttert wird, ist immer noch ein Weltklassestürmer. Nur leider wurde Ruud in der Hinrunde zu selten ins Spiel eingebunden. Ein Elia auf links, ein Pitroipa auf rechts und ein sehr stark spielender Ben-Hatira um Ruud herum, haben sehr hohes Niveau, um das uns viele Mannschaften beneiden. Ein gut aufgelegter Zé Roberto lenkt das Spiel von hinten.

Eine weitere Trainingswoche hat die Mannschaft hinter sich, bevor am Samstag gegen Schalke gespielt wird. Dort zeigt es sich, was die Gespräche, das Training, das Trainingslager, die Testspiele bedeuteten.

Es geht gegen einen unbequemen Gegner, der nach Anfangsschwierigkeiten in die Spur fand und den entgegengesetzten Verlauf zum HSV nahm. Der HSV begann gut und ließ zum Ende der Hinrunde nach. Allerdings hatte der HSV auch die meisten Verletzten zu beklagen. Was das bedeuten kann, sehen wir nicht zuletzt bei Werder und Bayern (mit Verletzten) oder bei Dortmund, Mainz, Hannover (ohne Verletzte). Schalke spielte sich ein, weil sie keine Verletzten auf Schlüsselpositionen zu beklagen hatten. Die Mannschaft spielt seit der Saisonvorbereitung im selben System, mit denselben Spielern. Es wurden Automatismen erkennbar, die die Handschrift von Felix Magath zeigen. Dieser Trainer macht aus allem, was er anfasst, Gold. Aber es ist Glück, dass der HSV das erste Spiel in der Rückrunde gegen Schalke spielt. Magath lässt seine Spieler so intensiv trainieren, dass sie am Ende der Saison immer noch zulegen können, aber dafür am Anfang oft Schwierigkeiten haben. Wenn der HSV das ausnutzt und sich durchsetzt, starten wir mit einem Auswärtssieg in die Rückrunde.

Zur Mannschaftsaufstellung:
Ich war begeistert von der Nachricht, dass Kacar gegen Ajax in der Innenverteidigung spielen würde. Auf dieser Position spielte er früher bereits. Sein Auge, sein Kopfballspiel und sein Spielaufbau würden unserer wackeligen Abwehr helfen. Er hat überzeugt und wird auch gegen Schalke als Innenverteidiger neben Westermann spielen. Sollte Demel gegen Schalke so spielen, wie gegen Ajax, würde ich seiner Aufstellung als rechter Verteidiger neutral gegenüberstehen. Allerdings finde ich es schade, dass Veh den Besic nicht aufbietet. Aber der Trainer wird seine Gründe haben. Links ist Aogo gesetzt. Auf der 6er Position ist Zé Roberto gesetzt. Seine Leistung gegen Ajax war überragend. Um die Position neben ihm, streiten sich Jarolim und Trochowski. Jarolim hat, durch die Grippe von Trochowski, die Nase vorn. Trochowski muss den Trainingsrückstand aufholen. Bin gespannt, wie der Trainer entscheidet, wenn Trochowski wieder fit ist. Das offensive Mittelfeld ist rechts mit Pitroipa und links mit Elia top besetzt. Beide in Topform und sie zerlegen jeden Gegner. Als zweite Sturmspitze wird Ben-Hatira neben Ruud auflaufen. Und das nicht nur, weil sich Guerrero verletzt hat. Er hatte durch seine Leistungen die Nase vorn, auch vor Torun und Choupo-Moting. Das freut mich. Damit zeigt Veh, dass ihn jeder mit Leistung überzeugen kann. Das zeigt allen anderen Spielern, die auf der Bank sitzen oder in der Zweiten spielen, dass Leistung honoriert wird. Abschließend möchte ich Ruud lobend erwähnen. Er geht genauso fit in die Rückrunde, wie in die Hinrunde. Dort hatte er bis zu seinen Verletzungen gezeigt, zu was er fähig ist. Unter anderem mit zwei Toren gegen Schalke. Ruud will es noch mal wissen.

Abschließend hoffe ich, dass sich keiner verletzt und die von mir genannte Mannschaft auflaufen kann. Interessant wird die Taktik, die Veh vorgeben wird. Er ließ auswärts oft defensiv spielen, was die Mannschaft hemmte. Der HSV hat seine Stärken in der Offensive und Schalke ist in der Abwehr nicht sattelfest. Mit Uchida fehlt ihnen zudem der rechte Verteidiger.

Hinten kompakt und vorne brilliant und wir gewinnen auf Schalke. Egal, ob dreckig oder an die Wand gespielt, Hauptsache das Auftaktspiel gewinnen.

Nur der HSV!

Diesen Beitrag habe ich auch bei hsv@spox.com veröffentlicht. Wer dort mit diskutieren mag hier entlang.

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