HSV, Transferpolitik, Petric und Jansen


Dieses Wochenende musste ich ohne ein HSV-Spiel klarkommen und habe es überlebt. Aber trotzdem war ganz schön viel los. Nicht unbedingt an diesem Wochenende, aber in der letzten Woche.

Transferpolitik:
Was hat der HSV in den letzten Jahren nicht immer auf den letzten Drücker eingekauft. Es waren sehr viele und alle sollten sie der Heilsbringer sein. Die meisten sind im nächsten oder übernächsten Tranferfenster wieder verkauft worden. Das Konzept, war damals nicht anders machbar. In den letzten Jahren hat sich der HSV aber weiterentwickelt. Mittlerweile ist die Mannschaft so stark, dass man nicht unbedingt neue Spieler benötigt, um weiter zu kommen. Der Kader ist gut und ausgeglichen, sogar bis zum Platz 25. Natürlich gibt es eine erste Elf, aber mindestens fünf Spieler könnten stattdessen spielen, und es wäre kein Leistungsabfall zu erkennen. Selbst die jungen Nachswuchsspieler wie Son, Besic, Dieckmeier, Sowah fallen nicht ab, wenn sie zum Einsatz kommen. Das ist eine sehr schöne Entwicklung! Wenn ich vor einem Jahr noch Angst hatte, dass jemand ausfallen könnte, denke ich jetzt, es wäre zwar schade, aber wir haben gleichwertigen Ersatz. Aus diesem Grund habe ich auch das Transferfenster sehr entspannt beobachtet. Sah, wie sich andere Vereine auf den letzten Drücker noch die Heilsbringer kauften und hoffen, dass diese SOFORT einschlagen und die Mannschaft voran bringen wird. Ich dachte bei allen Ein- und Verkäufen so bei mir – schön, diese Zeit hat der HSV hinter sich. Er kann kaufen, wenn sich etwas ergibt, aber er muss nicht. Er kann sich verstärken, aber nicht um jeden Preis. Früher hatte ich oft den Eindruck, dass die Oberen beim HSV unter ziemlichen Druck standen und das manch ein Spieler auch ausnutzte. Das ist nicht mehr so und der Verein ist am längeren Hebel. Er gibt vor, was passiert. Gut gemacht HSV und ich freue mich auf die Saison.

Petric:
Petric sah ich von Anfang an mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Er ist ein Knipser, aber er stellt sich über die Mannschaft. Das ist für mich ein Auschlusskriterium. Als wir Petric kauften gab es noch die Zeit, dass der Verein von einzelnen Spielern abhängig war. Man kaufte einen Petric und wusste, dass man ihm seine Freiheiten zugestehen muss. So ein Verhalten wird in keiner Mannschaft akzeptiert – keiner. Über kurz oder lang gibt es Ärger, der vorprogrammiert ist. Petric wusste um seine Stellung und nutzte diese schamlos aus. Als er fand, dass sein Gehalt nicht hoch genug war und ein Christiano Ronaldo merkwürdigerweise mehr verdiente als er, wollt er einen Nachschlag. Nach einem Jahr Vertrag! Nach nur einem Jahr! Als er nicht entsprechend Gehör fand, hatte er Vertragsgespräche mit einem anderen Verein. Einem Verein, der durch seine Autoverkäufe in der Lage war, mehr zu zahlen, als die meisten in der Liga. Petric wurde gehalten, er wurde nicht verkauft, mangels Alternativen. Petric ist nicht so ein Star, wie er gerne sein möchte, deshalb liegen seine Ablösesummen so niedrig, dass es dafür kaum einen anderen gibt. Er wurde wieder integriert. Er maulte aber rum, wenn er mal auf der Bank saß. Seine Torquote ginge kaputt und auch sein Marktwert. Ja, Petric denkt nur in diesen Dimensionen. Diesen Sommer liebäugelte er mit keinem anderen Verein, er wolle bleiben – aber auch das ist Fadenscheinig, denn es gab auch keine Angebot für ihn. Ihn wollte keiner. Petric provozierte und wollte durch sein Aufgebärden Druck auf die Oberen machen, mit dem Erfolg, dass die sich überlegten ihn abzugeben. Die Mannschaft muss eine Einheit werden und bleiben, da kann ein querschießender Petric vieles oder alles kaputt machen. Dass die Geschichte nicht sehr gut nach außen aussah, ist klar, aber woher kommt sie denn? Ein Petric nörgelt in jedes Mikrofon und in jede Kamera. Er sagt deutlich, was er nicht will und was er will. Dabei erwähnt er niemals den Verein, sondern nur sich als Person. Ein ziemlicher Egoist! als der VfB Stuttgart sagenhafte 3,5 Millionen Euro Ablöse zahlen wollte, ist Petric beleidigt, weil der HSV nicht annahm. Der HSV wolle ihn ja nicht mehr. Da frage ich mich, ob ich es mit einem Kind zu tun habe. Der HSV will Petric, er will einen Petric, der sich für die Mannschaft einsetzt, der für die Mannschaft läuft, rennt und ackert. Der sich in den Dienst der Mannschaft stellt. Er selber sprach davon die die Drecksarbeit machen zu wollen für die anderen. Der HSV reagiert und Petric ist beleidigt. Er hätte wohl erwartet, dass man ihm den roten Teppich ausrollt, Ruud vom Platz holt und ihn – den Herrn Petric – darum bittet doch wieder im Sturm zu spielen. Jetzt wird der HSV als der böse Bube hingestellt, nicht nur von Petric selber, sondern auch von den Medien. Das kann ich nicht ganz nachvollziehen. Petric hatte schon im zweiten Trainingslager deutlich gesagt, wie er über bestimmte Spieler im Verein denkt und wie seine Einstellung ist. Da hoffte noch jeder, er würde sportlich reagieren. Dass das nicht so kam und dann noch so kurz vor Ende der Transferperiode hat Petric sich ausgesucht. Ob man das Ganze hätte anders lösen können ist fragtlich. Vielleicht indem man Petric auf die Bühne setzt, aber was hätte das gebracht? Ich hatte mich für einen Wechsel ausgesprochen und hoffe, dass der HSV das Problem Petric in den Griff bekommt ohne dass er Schlimmeres anstellen kann. Und ich hoffe auf die Mannschaft, die sich ihre Einheit, ihr Spiel und ihren Erfolg nicht durch eine Person kaputt machen lassen.

Jansen:
Jansen ist nun verletzt. Und wie ich lesen musste, merkte er bereits in den Tagen vorm Spiel Schmerzen und spielte trotzdem. Da frage ich mich: Warum??? Ich hätte Jansen für schlauer gehalten, denn er weiß, dass er verletzungsanfällig ist, dass er wenn verletzt, lange ausfällt. So kurz kann selbst ein Jansen nicht denken. Oder doch? Ihm war es wichtig zu spielen – bei Jogi. Er wollte sich zeigen – obwohl noch nicht ganz fit. Dass Jansen für seine Art zu spielen mehr Kraft braucht und eine längere Vorbereitung ist lange bekannt. Das sollte auch er wissen. Warum möchte er nicht fit bei der Nationalmannschaft spielen? Das ist das eine. Aber das andere ist – das ist für mich viel schlimmer -, dass er spielte, obwohl er in den Tagen zuvor schon Probleme mit dem Knie hatte. Er wollte auch in der Pause nicht ausgewechselt werden, er wolle sich durchbeißen?! Durchbeißen? Konnte Löw nicht mehr wechseln, hätten wir mit zehn Mann weiterspielen müssen? Warum durchbeißen? Er war nicht ganz fit und möchte dann noch mit Schmerzen spielen. So schlau sollte er sein, dass ihm das keiner dankt. Sein Körper schon gar nicht. Es ist noch nicht raus, was er genau hat, aber sollte es nicht so schlimm sein, dasnn liegt das an dem Arzt, der ihn nicht mehr spielen ließ. Danke dafür! Dass das ein Bayern Doc ist – finde ich umso schöner. Danke! Jansen, ich hoffe, du vergisst über die Nationalmannschaft nicht, bei wem du dein Geld verdienst und wer dich immer aufpäppelt. Nationalmannschaft ist wichtig, aber nur, wenn du fit bist und verletzungsfrei. Schade, dein Image und dein Wert sind bei mir leider stark gesunken. Solche Aktion fallen immer auf den Spieler zurück, das solltest du dir merken.

This entry was posted in Bundesliga, Rund um den HSV, Saison 2010/2011, Spieler and tagged , , , . Bookmark the permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>